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Von Mitarbeitern zu Chefs der Firma Peikko

Tobias Althaus & Christian Gerke

Der finnische Spezialist für Verbindungselemente und Verbundtragwerke, die Peikko Group, ist ein Global Player. Ihre erste Tochtergesellschaft, Peikko Deutschland, hat neulich das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Im Interview mit Tobias Althaus und Christian Gerke, den Geschäftsführern des Unternehmens, erfahrt ihr über ihren Werdegang, einige Lektionen und mehr.




Von Paula Miranda-Stracke
Althaus & Gerke

Wir sind: Geschäftsführer von Peikko Deutschland

Wir sind: Geschäftsführer von Peikko Deutschland

Herr Gerke, Herr Althaus, Ihre Karriere bei Peikko Deutschland hat vor etwa 20 Jahren begonnen. Seit 2015 haben Sie die gemeinsame Geschäftsleitung in Höringhausen inne. Wie haben Sie diese Position erreicht?

Gerke: Das Ganze war eine einmalige Situation für Peikko. 2013 hat der Gründer von Peikko Deutschland das Unternehmen verlassen und es wurde mittelfristig ein Geschäftsführer aus Finnland eingesetzt. Aufgrund der Leistungen, die wir beide im Laufe der Jahre für das Unternehmen, aber auch innerhalb der Gruppe erbracht haben, kam man zu einer zweigeteilten Lösung. Wir hatten bereits vor dem Übergang eine Abteilungsleiterfunktion in unserem jeweiligen Bereich erworben und konnten daher früh angefangen, uns mit bspw. Managementseminaren weiterzubilden.
Althaus: Genau, 2013 haben wir mit fünf weiteren Kolleg:innen das erste Leadership Training besuchen dürfen. Wie Christian gerade gesagt hat, ist das sicherlich auch ein Stück weit unserer Leistung geschuldet, dass wir heute da sind, wo wir sind. Nach wie vor sind wir die einzige Unit bei Peikko mit zwei Spitzen, die sich die Führungsaufgaben teilen.
 

 

Während Sie Herr Althaus die technische Geschäftsführung innehaben, sind Sie Herr Gerke, der kaufmännische Geschäftsführer. Was waren die ersten Herausforderungen in dieser Rolle?

Gerke: Mein eigentlicher Hintergrund ist technischer Natur. Sich neben den reinen Betriebszahlen und Marketingaktivitäten in den finanziellen Tiefen des Unternehmens zurechtzufinden, war sicherlich eine Herausforderung. Durch das Netzwerk innerhalb der Gruppe und auch durch die Unterstützung meines Teams, war es aber machbar.

Althaus: Bei mir ist es ähnlich. Zum einen waren die wirtschaftlichen Zahlen eine Herausforderung, da ich auch aus der Technik komme, aber zum anderen war es auch essentiell, die Verantwortung der ganzen Supply Chain, also die Materialwirtschaft und Logistik, zu verstehen. Zu Beginn war es extrem wichtig, die Kolleg:innen tiefgründig kennenzulernen, um zu wissen, wo man das Personal mit ihren Stärken am besten einsetzen kann. Das Kennenlernen aller Mitarbeiter:innen auf einem etwas anderen Weg hat somit sehr viel Zeit in Anspruch genommen. 

 

Die erste Peikko-Tochtergesellschaft außerhalb Finnlands wurde 1997 in Waldeck-Frankenberg gegründet. Was sehen Sie als Vorzüge für das Unternehmen hier in der Region?

Gerke: Die regionale Anordnung hier ist sehr zentral in Deutschland und Europa. Wir sind relativ nah am Autobahnknotenpunkt Kassel, wo es auch viele Logistikmöglichkeiten gibt. Wir können quasi jeden Punkt in Deutschland innerhalb von 24h erreichen und haben in der Region mittlerweile sehr gut ausgebildete Fachkräfte. Zwar gibt es da Konkurrenz von Unternehmen, wie Conti oder Weidemann, aber im Großen und Ganzen ist es hier, im ländlichen Raum, einfacher als im Großstadtbereich. 

 

Welchen Rat haben Sie für diejenigen, die eine Führungsposition anstreben?

Althaus: Führung hat sich über die Jahre ein bisschen verändert. Wir versuchen beide die Führung nicht so hierarchisch zu gestalten, denn es klappt nur, wenn man sich mit den Kolleg:innen im ständigen Austausch befindet. Man muss eine gemeinsame Basis finden, gemeinsam Entscheidungen treffen und sich auch gemeinsam weiterentwickeln. Ein vernünftiges Miteinander ist das A und O bei der Führung. Das Lernen, von Personalkraft zur Personalleitung zu kommen, ist auch nicht so einfach. Oder zu akzeptieren, dass andere auf anderen Wegen genauso zum selben Ziel kommen. Man sollte den Leuten viel Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt entgegenbringen. Transparenz ist ebenfalls ein wesentlicher Punkt, den wir leben. 

Gerke: Es ist wichtig, alles vorzuleben, die Sachen selbst zu machen, damit sie von den Beschäftigten auch so angenommen werden. Man sollte immer ein offenes Ohr für seine Leute haben.

 

Was waren die wichtigsten Lektionen in Ihrer Karriere?

Althaus: Eine ganz wichtige Lektion, die ich lernen durfte, ist, dass gerade Personalführung sehr anspruchsvoll ist. Besonders wenn die Anzahl des Personals wächst. Mit riesigen Freuden als auch Enttäuschungen sollte man umgehen können. Es gilt bei Diskrepanzen einen vernünftigen Weg zu finden, weiter gut miteinander umzugehen.

Gerke: Es ist wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben. Es sollte offen, auch im Kollegenkreis, darüber geredet werden. Ziele werden wahr, wenn man sich traut, sich diese vorzustellen, auch wenn die Latten sehr hoch hängen. Man will etwas erreichen und kann das so auch schaffen, wenn fest daran geglaubt wird.

Althaus

Tobias Althaus

Jahrgang 1972
Ausgebildet wurde ich als KFZ-Mechaniker bei der Heinemann GmbH
Studiert habe ich Bauingenieurwesen an der THM in Gießen
Ich arbeite aktuell als Geschäftsführer
Meine Heimat ist Waldeck - Frankenberg
Meine Zuhause ist Korbach - Eppe
Mein Lieblingsort in Waldeck-Frankenberg liegt in der Natur rund um Willingen

Christian Gerke

Jahrgang 1976
Ausgebildet wurde ich als Bauzeichner bei der FingerHaus GmbH in Frankenberg
Studiert habe ich an der staatlichen Technikerschule in Alsfeld
Ich arbeite aktuell als Geschäftsführer
Meine Heimat ist Frankenberg
Meine Zuhause ist Frankenberg
Meine Lieblingsorte in Waldeck-Frankenberg sind der Edersee und der Nationalpark
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